Freitag, August 31, 2007

Himmel und Hölle - das umstrittene SVP-Wahlvideo

Auf der Wahl-Seite der SVP Schweiz ist das umstrittene Video «Himmel oder Hölle» verschwunden. Das Kreisgericht Biel-Nidau hatte am Dienstag die Partei aufgefordert, das umstrittene Video aus dem Internet zu entfernen. Auf Youtube ist das Video aber weiterhin zu sehen.

Die betroffenen Jugendlichen sind zwischen 14 und 22 Jahre alt. Sie werden im Film als «Schläger» und «Drögeler» dargestellt. Innert dreissig Tagen müssen sie eine Klage gegen die SVP erheben, sonst fällt die vorsorgliche Massnahme dahin. Möglich wäre, dass sich die Jugendlichen und die SVP ausserhalb eines Gerichtssaals einigen. Jäggi: «Die Jugendlichen suchen keine aussergerichtliche Lösung. Sie sind nicht auf uns zugekommen. Es zeichnet sich ein teurer und langer Rechtsstreit ab.» Anna Hofer, die Anwältin der missbrauchten Jugendlichen, widerspricht: «Wenn die SVP das Video zurückzieht und sämtliche Medien ausliefert, auf denen der Film gespeichert ist, sind wir zufrieden.»

Propaganda- statt Präventionsfilm

Das Video mit dem Titel «Himmel oder Hölle» zeigt Gewaltszenen auf dem Bieler Bahnhofplatz sowie - als Kontrast - friedliche Szenen, die zum grössten Teil in Zürich gedreht wurden. Am Anfang des Films steht der Satz: «Wenn Rot-Grün gewinnt, geht die Schweiz kaputt.»

Angeblich waren die Jugendlichen aus der Hip-Hop-Szene vom Produzenten nicht darüber informiert worden, dass es sich um einen Propagandafilm der SVP handle. Sie glaubten stattdessen, es werde ein Video über Gewaltprävention gedreht.

Zudem sei ihnen bei den Aufnahmen versichert worden, sie würden nachträglich anonymisiert, sagte die Anwältin. In dem Film seien ihre Gesichter nun aber klar ersichtlich. Die Produktionsfirma, die den Streifen im Auftrag der SVP realisierte, habe die Persönlichkeitsrechte der Jugendlichen verletzt. «Sie wurden manipuliert und angelogen», sagte Hofer.

Himmel und Hölle - das umstrittene SVP-Wahlvideo

Auf der Wahl-Seite der SVP Schweiz ist das umstrittene Video «Himmel oder Hölle» verschwunden. Das Kreisgericht Biel-Nidau hatte am Dienstag die Partei aufgefordert, das umstrittene Video aus dem Internet zu entfernen. Auf Youtube ist das Video aber weiterhin zu sehen.

Die betroffenen Jugendlichen sind zwischen 14 und 22 Jahre alt. Sie werden im Film als «Schläger» und «Drögeler» dargestellt. Innert dreissig Tagen müssen sie eine Klage gegen die SVP erheben, sonst fällt die vorsorgliche Massnahme dahin. Möglich wäre, dass sich die Jugendlichen und die SVP ausserhalb eines Gerichtssaals einigen. Jäggi: «Die Jugendlichen suchen keine aussergerichtliche Lösung. Sie sind nicht auf uns zugekommen. Es zeichnet sich ein teurer und langer Rechtsstreit ab.» Anna Hofer, die Anwältin der missbrauchten Jugendlichen, widerspricht: «Wenn die SVP das Video zurückzieht und sämtliche Medien ausliefert, auf denen der Film gespeichert ist, sind wir zufrieden.»

Propaganda- statt Präventionsfilm

Das Video mit dem Titel «Himmel oder Hölle» zeigt Gewaltszenen auf dem Bieler Bahnhofplatz sowie - als Kontrast - friedliche Szenen, die zum grössten Teil in Zürich gedreht wurden. Am Anfang des Films steht der Satz: «Wenn Rot-Grün gewinnt, geht die Schweiz kaputt.»

Angeblich waren die Jugendlichen aus der Hip-Hop-Szene vom Produzenten nicht darüber informiert worden, dass es sich um einen Propagandafilm der SVP handle. Sie glaubten stattdessen, es werde ein Video über Gewaltprävention gedreht.

Zudem sei ihnen bei den Aufnahmen versichert worden, sie würden nachträglich anonymisiert, sagte die Anwältin. In dem Film seien ihre Gesichter nun aber klar ersichtlich. Die Produktionsfirma, die den Streifen im Auftrag der SVP realisierte, habe die Persönlichkeitsrechte der Jugendlichen verletzt. «Sie wurden manipuliert und angelogen», sagte Hofer.

Mittwoch, August 22, 2007

Wer ist mein Nächster?


In Genf lebte einmal ein Bankdirektor, dem es an nichts fehlte. Er hatte eine robuste Gesundheit, einen gute Job, ein dickes Salär, ein Luxus-Appartement, zahllose Freunde, tolle Ferien, und er war rundum glücklich, denn es fehlte ihm an nichts.

Eines Tages traf ihn ein unabwendbarer Schicksalsschlag, höhere Gewalt. Er wurde krank, verlor seinen Job, sein Geld, seine Wohnung, konnte nicht mehr Ferien machen, lebte fortan auf der Strasse.

Als Bettler bat er die Passantinnen und Passanten an der Rue de Lausanne, vor dem Warwick-Hotel, um einen Obulus. Von Morgens früh bis Abends spät. Sieben Tage in der Woche. Die Nächte verbrachte er unter den Brücken.

Eines Tages ging der Bischof mit Entourage an ihm vorbei. Der ehemalige Bankdirektor bat den Kirchenführer um einen Almosen. Dieser drehte demonstrativ seinen Kopf weg, zeigte keine Reaktion und ging einfach weiter. Am gleichen Tag ging der Direktor der Genfer Fürsorgebehörde am Ex-Banker vorbei. Dieselbe abweisende Reaktion, dieselbe kalte Schulter. Keine Beachtung. Keine Spende.

Gegen Abend stand plötzlich ein Mensch, ein barmherziger Genfer, vor dem Ex-Banker. Er erkundigte sich nach dessen Befinden, fragte nach Gesundheit, Durst sowie Hunger und lud den Obdachlosen zu sich nach Hause ein.

Wer ist mein Nächster? Lässt sich diese Frage aus der Genfer Geschichte beantworten, die sich an ein Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium anlehnt?
Thesen:

• Mein Nächster gehört keiner sozialen Kategorie an. Weder der Kirchenträger noch der Staatsvertreter erbarmten sich des Bettlers.

• Mein Nächster ist anonym. Ein anonymer Genfer lud den Bettler nach Hause ein.

• Nächster zu sein ist kein Zustand, sondern ein unvorhersehbares Ereignis, ein Risiko, das gleichzeitig Engagement bedeutet.

• Nächster zu sein ist zeitlich und örtlich unabhängig. Die Geschichte könnte sich auch in Bern, Basel oder Zürich abspielen.

• Nächster sein hängt nicht vom Geldbeutel, sondern von der Grösse des Herzens ab.

gehört in der Kirche St Gervais in Genf, am 19.8.07

Wer ist mein Nächster?


In Genf lebte einmal ein Bankdirektor, dem es an nichts fehlte. Er hatte eine robuste Gesundheit, einen gute Job, ein dickes Salär, ein Luxus-Appartement, zahllose Freunde, tolle Ferien, und er war rundum glücklich, denn es fehlte ihm an nichts.

Eines Tages traf ihn ein unabwendbarer Schicksalsschlag, höhere Gewalt. Er wurde krank, verlor seinen Job, sein Geld, seine Wohnung, konnte nicht mehr Ferien machen, lebte fortan auf der Strasse.

Als Bettler bat er die Passantinnen und Passanten an der Rue de Lausanne, vor dem Warwick-Hotel, um einen Obulus. Von Morgens früh bis Abends spät. Sieben Tage in der Woche. Die Nächte verbrachte er unter den Brücken.

Eines Tages ging der Bischof mit Entourage an ihm vorbei. Der ehemalige Bankdirektor bat den Kirchenführer um einen Almosen. Dieser drehte demonstrativ seinen Kopf weg, zeigte keine Reaktion und ging einfach weiter. Am gleichen Tag ging der Direktor der Genfer Fürsorgebehörde am Ex-Banker vorbei. Dieselbe abweisende Reaktion, dieselbe kalte Schulter. Keine Beachtung. Keine Spende.

Gegen Abend stand plötzlich ein Mensch, ein barmherziger Genfer, vor dem Ex-Banker. Er erkundigte sich nach dessen Befinden, fragte nach Gesundheit, Durst sowie Hunger und lud den Obdachlosen zu sich nach Hause ein.

Wer ist mein Nächster? Lässt sich diese Frage aus der Genfer Geschichte beantworten, die sich an ein Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium anlehnt?
Thesen:

• Mein Nächster gehört keiner sozialen Kategorie an. Weder der Kirchenträger noch der Staatsvertreter erbarmten sich des Bettlers.

• Mein Nächster ist anonym. Ein anonymer Genfer lud den Bettler nach Hause ein.

• Nächster zu sein ist kein Zustand, sondern ein unvorhersehbares Ereignis, ein Risiko, das gleichzeitig Engagement bedeutet.

• Nächster zu sein ist zeitlich und örtlich unabhängig. Die Geschichte könnte sich auch in Bern, Basel oder Zürich abspielen.

• Nächster sein hängt nicht vom Geldbeutel, sondern von der Grösse des Herzens ab.

gehört in der Kirche St Gervais in Genf, am 19.8.07

Caveman - Du sammeln, Ich jagen!


Im Solostück «Caveman» von Rob Becker (Das Zelt) begegnet Siegmund Tischendorf eines Nachts seinem imaginären Urahnen. Der sympathische Neandertaler hält einige erkenntnisschwere Ratschläge für ihn bereit. Diese verhelfen ihm zu völlig neuen Erkenntnissen über den Unterschied von Mann und Frau. Ein Unterschied, der auf die menschliche Evolutionsgeschichte zurückzuführen ist, als Männer noch Jäger und Frauen noch Sammlerinnen waren. Zu dieser folgenschweren Erkenntnis hinzu erhält Rob den Auftrag, sein Wissen zu verbreiten.

Trockener Humor

Mit viel trockenem Humor gewürzt, hält uns Siegmund Tischendorf mit seinen Alltagsbegebenheiten einen Spiegel vor. Er präsentiert uns auf sympathische Weise das oftmals reibungsvolle Miteinander von Mann und Frau und weckt Verständnis für die Verhaltensweisen des jeweils anderen Geschlechts.

Wir lernen das unbefangene Universum seiner Frau kennen und an deren Beispiel die Welt der Sammlerinnen. Aber Rob Becker hat auch das eigene Geschlecht, die Jäger, genau beobachtet. Zwei Stunden lang jagt er den Antworten auf die immer gleiche Frage hinterher: Warum sind Männer und Frauen so verschieden? Du sammeln, ich jagen, ist die Kurzformel der Antwort. Für den Beweis dieser Theorie werden verschieden Beispiele angeführt. Männer können sich beim Jagen immer nur auf eine Sache konzentrieren: früher aufs Mammut, heute auf den Fernseher. Beim Zappen jagen sie Programme, im Auto Kilometer.

Die Frauen mussten hingegen beim Sammeln die Gegend erkunden und auf viele Dinge gleichzeitig achten. Für den Autor ist das der Beweis für die ausgesprochene Fähigkeit der Frauen, ausgedehnte Einkaufsbummel zu unternehmen. An dutzenden solcher höchst vergnüglichen Episoden wird uns die eine wie auch die andere Welt vor Augen geführt. Zuerst ist nur Schmunzeln. Mit zunehmender Dauer erkennt man auch sich selbst. Ohne zu moralisieren gelingt es Siegmund Tischendorf das Kunststück, gut zu unterhalten und auch Verständnis für das jeweils andere Geschlecht zu wecken. Comedy vom Feinsten.

Siegmund Tischendorf.

In Graz geboren und in Salzburg aufgewachsen, studierte Tischendorf nach seinem Abitur an der Schauspielabteilung der Musikhochschule Graz und erlangte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover das Schauspieldiplom. Danach folgten Engagements in Moers, am Staatstheater Hannover, am Staatstheater Braunschweig, in Lübeck, Bern und am Schauspielhaus Zürich (1992 und 1998). Es folgten zahlreiche Sommerspiele und Theatertourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, «film-acting workshops» in Los Angeles sowie TV- und Filmproduktionen. 2003 brachte Tischendorf "Zellophan", eine one-woman-comedy über Job, Karriere, Kinder, Ehe und Mann heraus. Siegmund Tischendorf ist die Rolle des «Caveman» wie auf den Leib geschnitten.

In Biel gesehen, am 20.8.07

Caveman - Du sammeln, Ich jagen!


Im Solostück «Caveman» von Rob Becker (Das Zelt) begegnet Siegmund Tischendorf eines Nachts seinem imaginären Urahnen. Der sympathische Neandertaler hält einige erkenntnisschwere Ratschläge für ihn bereit. Diese verhelfen ihm zu völlig neuen Erkenntnissen über den Unterschied von Mann und Frau. Ein Unterschied, der auf die menschliche Evolutionsgeschichte zurückzuführen ist, als Männer noch Jäger und Frauen noch Sammlerinnen waren. Zu dieser folgenschweren Erkenntnis hinzu erhält Rob den Auftrag, sein Wissen zu verbreiten.

Trockener Humor

Mit viel trockenem Humor gewürzt, hält uns Siegmund Tischendorf mit seinen Alltagsbegebenheiten einen Spiegel vor. Er präsentiert uns auf sympathische Weise das oftmals reibungsvolle Miteinander von Mann und Frau und weckt Verständnis für die Verhaltensweisen des jeweils anderen Geschlechts.

Wir lernen das unbefangene Universum seiner Frau kennen und an deren Beispiel die Welt der Sammlerinnen. Aber Rob Becker hat auch das eigene Geschlecht, die Jäger, genau beobachtet. Zwei Stunden lang jagt er den Antworten auf die immer gleiche Frage hinterher: Warum sind Männer und Frauen so verschieden? Du sammeln, ich jagen, ist die Kurzformel der Antwort. Für den Beweis dieser Theorie werden verschieden Beispiele angeführt. Männer können sich beim Jagen immer nur auf eine Sache konzentrieren: früher aufs Mammut, heute auf den Fernseher. Beim Zappen jagen sie Programme, im Auto Kilometer.

Die Frauen mussten hingegen beim Sammeln die Gegend erkunden und auf viele Dinge gleichzeitig achten. Für den Autor ist das der Beweis für die ausgesprochene Fähigkeit der Frauen, ausgedehnte Einkaufsbummel zu unternehmen. An dutzenden solcher höchst vergnüglichen Episoden wird uns die eine wie auch die andere Welt vor Augen geführt. Zuerst ist nur Schmunzeln. Mit zunehmender Dauer erkennt man auch sich selbst. Ohne zu moralisieren gelingt es Siegmund Tischendorf das Kunststück, gut zu unterhalten und auch Verständnis für das jeweils andere Geschlecht zu wecken. Comedy vom Feinsten.

Siegmund Tischendorf.

In Graz geboren und in Salzburg aufgewachsen, studierte Tischendorf nach seinem Abitur an der Schauspielabteilung der Musikhochschule Graz und erlangte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover das Schauspieldiplom. Danach folgten Engagements in Moers, am Staatstheater Hannover, am Staatstheater Braunschweig, in Lübeck, Bern und am Schauspielhaus Zürich (1992 und 1998). Es folgten zahlreiche Sommerspiele und Theatertourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, «film-acting workshops» in Los Angeles sowie TV- und Filmproduktionen. 2003 brachte Tischendorf "Zellophan", eine one-woman-comedy über Job, Karriere, Kinder, Ehe und Mann heraus. Siegmund Tischendorf ist die Rolle des «Caveman» wie auf den Leib geschnitten.

In Biel gesehen, am 20.8.07

Dienstag, August 14, 2007

«Fünfte Schweiz» hat im Inland gutes Image


Die «Fünfte Schweiz» hat gemäss einer Umfrage ein gutes Image im Inland. Die Schweizer Inlandbevölkerung weiss auch erstaunlich gut Bescheid über Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben.

Die Mehrheit der Tausend Befragten in allen Landesteilen sei überzeugt, dass die Auslandschweizer für die Wirtschaft von Nutzen und Repräsentanten einer modernen Schweiz seien, heisst es weiter. Sie würden sich im Ausland für ihre alte Heimat oft als Botschafter und Türöffner betätigen. Eine Mehrheit der durch das Basler Institut Konso im Auftrag der Auslandschweizer-Organisationen befragten Schweizerinnen und Schweizer sei zudem überzeugt, dass es die Auslandschweizer in ihrer zweiten Heimat zu Wohlstand und Ansehen gebracht hätten.

Die Schweizer Inlandbevölkerung wisse aber auch erstaunlich gut Bescheid über ihre Landsleute im Ausland. Fast vier von fünf Befragten sei bekannt, dass die Auslandschweizer an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen könnten. 70 Prozent wüssten, dass sie sich bei einer Schweizer Botschaft oder einem Schweizer Konsulat melden müssten. Die Hälfte der Befragten vermuteten die meisten Auslandschweizer richtigerweise in Europa und schätzten die Zahl aller im Ausland lebenden Schweizer auf weniger als eine halbe Million, aber doch wesentlich mehr als 100'000. In der Westschweiz und im Tessin wurden nur knapp über 350'000 Auslandschweizer geschätzt. Tatsächlich sind es 645'000, wovon über 110^'000 als Stimm- und Wahlberechtigte in der Schweiz registriert seien.

Nur gerade 14 Prozent der Inlandschweizer hätten sich dahingehend geäussert, dass die Auslandschweizer in der Schweiz Steuern zahlten. 60 Prozent seien überzeugt, dass die im Ausland lebenden Schweizer Anrecht auf schweizerische Sozialleistungen hätten. Das ist allerdings nur dann der Fall, wenn die Bezüger von Renten zuvor Beiträge bezahlt haben. Fast die Hälfte aller Inlandschweizer habe in der einen oder anderen Form Kontakte zu Auslandschweizern. Rund ein Drittel der Befragten habe sogar angegeben, selber für eine gewisse Zeit im Ausland gelebt zu haben.

«Fünfte Schweiz» hat im Inland gutes Image


Die «Fünfte Schweiz» hat gemäss einer Umfrage ein gutes Image im Inland. Die Schweizer Inlandbevölkerung weiss auch erstaunlich gut Bescheid über Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben.

Die Mehrheit der Tausend Befragten in allen Landesteilen sei überzeugt, dass die Auslandschweizer für die Wirtschaft von Nutzen und Repräsentanten einer modernen Schweiz seien, heisst es weiter. Sie würden sich im Ausland für ihre alte Heimat oft als Botschafter und Türöffner betätigen. Eine Mehrheit der durch das Basler Institut Konso im Auftrag der Auslandschweizer-Organisationen befragten Schweizerinnen und Schweizer sei zudem überzeugt, dass es die Auslandschweizer in ihrer zweiten Heimat zu Wohlstand und Ansehen gebracht hätten.

Die Schweizer Inlandbevölkerung wisse aber auch erstaunlich gut Bescheid über ihre Landsleute im Ausland. Fast vier von fünf Befragten sei bekannt, dass die Auslandschweizer an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen könnten. 70 Prozent wüssten, dass sie sich bei einer Schweizer Botschaft oder einem Schweizer Konsulat melden müssten. Die Hälfte der Befragten vermuteten die meisten Auslandschweizer richtigerweise in Europa und schätzten die Zahl aller im Ausland lebenden Schweizer auf weniger als eine halbe Million, aber doch wesentlich mehr als 100'000. In der Westschweiz und im Tessin wurden nur knapp über 350'000 Auslandschweizer geschätzt. Tatsächlich sind es 645'000, wovon über 110^'000 als Stimm- und Wahlberechtigte in der Schweiz registriert seien.

Nur gerade 14 Prozent der Inlandschweizer hätten sich dahingehend geäussert, dass die Auslandschweizer in der Schweiz Steuern zahlten. 60 Prozent seien überzeugt, dass die im Ausland lebenden Schweizer Anrecht auf schweizerische Sozialleistungen hätten. Das ist allerdings nur dann der Fall, wenn die Bezüger von Renten zuvor Beiträge bezahlt haben. Fast die Hälfte aller Inlandschweizer habe in der einen oder anderen Form Kontakte zu Auslandschweizern. Rund ein Drittel der Befragten habe sogar angegeben, selber für eine gewisse Zeit im Ausland gelebt zu haben.

Sonntag, August 12, 2007

Happy Memories

Happy Memories

Visiting the end of the world


The wild-romantic glacier ravine is with their mills, cross sections, the pink and green marble blocks a masterpiece of nature. From the hotel out artificial bars lead restaurant glacier ravine across the tosenden water by rock galleries and tunnel 1000m far the inside the ravine. Reciprocally the partially smooth-polished walls rise more than 100m up. At the entrance of the glacier ravine is the crystal museum with minerals from Bernese the alps. At the bottom of the ravine: the end of the word.

Visiting the end of the world


The wild-romantic glacier ravine is with their mills, cross sections, the pink and green marble blocks a masterpiece of nature. From the hotel out artificial bars lead restaurant glacier ravine across the tosenden water by rock galleries and tunnel 1000m far the inside the ravine. Reciprocally the partially smooth-polished walls rise more than 100m up. At the entrance of the glacier ravine is the crystal museum with minerals from Bernese the alps. At the bottom of the ravine: the end of the word.

Freitag, August 10, 2007

Stadt Bern mit Schrecken davongekommen


Mit einem blauen Auge davongekommen sein dürfte die Stadt Bern. Dort gibt es in den aarenahen Gebieten nur geringe Schäden und die Polizei rechnet nicht damit, dass sich die Situation verschlimmert.

Auch im Berner Oberland begannen sich die Bäche zu beruhigen, grössere Schäden richteten sie nicht an. Der Thunersee drohte jedoch über die Ufer zu trete. Am Morgen hatte bereits der Bielersee die Schadengrenze erreicht, und auch die Schüss drohte über die Ufer zu treten.

Beruhigung im Mattequartier


Auch im Stadtberner Mattequartier entspannte sich die Situation etwas. Der Abfluss der Aare lag am Donnerstagmittag mit 430 Kubikmeter pro Sekunde zwar immer noch zehn Kubikmeter über der Schadensgrenze, aber knapp 40 Kubikmeter über dem Höchststand der vergangenen Nacht. Da die Wasserstände von Thuner- und Brienzersee am Morgen weiter anstiegen, konnte aber noch keine Entwarnung gegeben werden.

Stadt Bern mit Schrecken davongekommen


Mit einem blauen Auge davongekommen sein dürfte die Stadt Bern. Dort gibt es in den aarenahen Gebieten nur geringe Schäden und die Polizei rechnet nicht damit, dass sich die Situation verschlimmert.

Auch im Berner Oberland begannen sich die Bäche zu beruhigen, grössere Schäden richteten sie nicht an. Der Thunersee drohte jedoch über die Ufer zu trete. Am Morgen hatte bereits der Bielersee die Schadengrenze erreicht, und auch die Schüss drohte über die Ufer zu treten.

Beruhigung im Mattequartier


Auch im Stadtberner Mattequartier entspannte sich die Situation etwas. Der Abfluss der Aare lag am Donnerstagmittag mit 430 Kubikmeter pro Sekunde zwar immer noch zehn Kubikmeter über der Schadensgrenze, aber knapp 40 Kubikmeter über dem Höchststand der vergangenen Nacht. Da die Wasserstände von Thuner- und Brienzersee am Morgen weiter anstiegen, konnte aber noch keine Entwarnung gegeben werden.

Donnerstag, August 09, 2007

Franz Gertsch



Franz Gertsch, geboren 1930 in Mörigen, zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Auch international hat er sich mit seiner hyperrealistischen Malerei und seinem in Technik und Formaten einzigartigen Holzschnittwerk ein herausragendes Renommée erworben. Von seinem internationalen Durchbruch auf der documenta 5 in Kassel 1972 bis zur Präsentation seiner Werke auf den Biennalen in Venedig 1999 und 2003 spannt sich ein reiches malerisches und graphische Werk, das eine ganz besondere Annäherung an die Wirklichkeit vornimmt.

Realität bedeutet für Franz Gertsch nicht nur eine malerische, sondern auch eine konzeptionelle Herausforderung. Obgleich er von Fotos bzw. von Diaprojektionen ausgeht, folgen die Bilder einer eigenen, innerbildlichen Logik, die auf absolute Stimmigkeit aller Elemente zielt. Im Unterschied zu den amerikanischen Malern bedient er sich des Pinsels statt der Spritzpistole. Die Reinheit des verwendeten Materials ist Programm: Von den Farben, oft aus Mineralien wie Lapislazuli, Azurit und Malachit hergestellt, über Bindemittel bis hin zu Leinwand oder handgeschöpftem japanischen Papier wird alles sorgfältig ausgewählt und auf das Werk abgestimmt. Sein Werk verarbeitet einen guten Teil europäischer Maltradition - von Jan van Eyck, Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci bis hin zu Caspar David Friedrich und Ferdinand Hodler - ohne deswegen Verrat an der Moderne zu üben.

Als völlig singulär kann das Holzschnittwerk von Franz Gertsch gelten. In einer bisher unbekannter Präzision der Ausführung - das gilt für das Stechen ebenso wie für das Drucken - und in Monumentalformaten, die an die Grenzen des Machbaren bei der Papierherstellung stossen, hat Gertsch diesem traditionellen Medium neue Dimensionen erschlossen.

An Anerkennung dieses aussergewöhnlichen Werkes hat es nicht gefehlt. Grosse Ausstellungen u.a. im Museum of Modern Art, New York, in Kyoto, Berlin, London und andernorts zeugen von seiner Wertschätzung. In deutschen und amerikanischen Museen ist Gertsch gut vertreten. In der Schweiz hingegen sah man bisher vergleichsweise wenig von ihm. Die Bestände des Kunsthauses in Zürich und des Kunstmuseums Bern können nicht als repräsentativ gelten. Mit dem museum franz gertsch in Burgdorf, nur unweit seines Wohn- und Arbeitsortes Rüschegg gelegen, wird nun sein herausragendes Lebenswerk angemessen gewürdigt.


Titel des Bildes links: Johanna 1.

Lebenslauf von Franz Gertsch:
Geboren am 8. März 1930 in Mörigen im Kanton Bern
1947-50 Ausbildung in der Malschule Max von Mühlenen, Bern
1950-52 Weiterbildung bei Hans Schwarzenbach, Bern
1963 Hochzeit mit Maria Meer
1967 Louise Aeschlimann-Stipendium
1969 Erste grossformatige realistische Gemälde
1970 Familien- und Gruppenszenen, "Situations"-Porträts
1972 Teilnahme an der documenta V mit dem Bild Medici
1974-75 DAAD-Stipendium, Berlin
1976 Umzug nach Rüschegg
1978 Teilnahme an der Biennale in Venedig
1980 Beginn der Porträt-Serie mit einem Selbstbildnis; es folgen Irene, Tabea, Verena, Christina, Johanna und Simone
1986 Gibt vorübergehend die Malerei auf; Beginn grossformatiger Holzschnitte
1994 Wiederaufnahme der Malerei; bis 1999 entstehen die Gräser I-IV sowie Silvia (1997/98)
1997 Verleihung des Kaiserrings der Stadt Goslar
1999 Einzelpräsentation auf der Biennale in Venedig
2002 Eröffnung des museum franz gertsch in Burgdorf/CH
2003 Teilnahme an der Biennale in Venedig

Franz Gertsch



Franz Gertsch, geboren 1930 in Mörigen, zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Auch international hat er sich mit seiner hyperrealistischen Malerei und seinem in Technik und Formaten einzigartigen Holzschnittwerk ein herausragendes Renommée erworben. Von seinem internationalen Durchbruch auf der documenta 5 in Kassel 1972 bis zur Präsentation seiner Werke auf den Biennalen in Venedig 1999 und 2003 spannt sich ein reiches malerisches und graphische Werk, das eine ganz besondere Annäherung an die Wirklichkeit vornimmt.

Realität bedeutet für Franz Gertsch nicht nur eine malerische, sondern auch eine konzeptionelle Herausforderung. Obgleich er von Fotos bzw. von Diaprojektionen ausgeht, folgen die Bilder einer eigenen, innerbildlichen Logik, die auf absolute Stimmigkeit aller Elemente zielt. Im Unterschied zu den amerikanischen Malern bedient er sich des Pinsels statt der Spritzpistole. Die Reinheit des verwendeten Materials ist Programm: Von den Farben, oft aus Mineralien wie Lapislazuli, Azurit und Malachit hergestellt, über Bindemittel bis hin zu Leinwand oder handgeschöpftem japanischen Papier wird alles sorgfältig ausgewählt und auf das Werk abgestimmt. Sein Werk verarbeitet einen guten Teil europäischer Maltradition - von Jan van Eyck, Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci bis hin zu Caspar David Friedrich und Ferdinand Hodler - ohne deswegen Verrat an der Moderne zu üben.

Als völlig singulär kann das Holzschnittwerk von Franz Gertsch gelten. In einer bisher unbekannter Präzision der Ausführung - das gilt für das Stechen ebenso wie für das Drucken - und in Monumentalformaten, die an die Grenzen des Machbaren bei der Papierherstellung stossen, hat Gertsch diesem traditionellen Medium neue Dimensionen erschlossen.

An Anerkennung dieses aussergewöhnlichen Werkes hat es nicht gefehlt. Grosse Ausstellungen u.a. im Museum of Modern Art, New York, in Kyoto, Berlin, London und andernorts zeugen von seiner Wertschätzung. In deutschen und amerikanischen Museen ist Gertsch gut vertreten. In der Schweiz hingegen sah man bisher vergleichsweise wenig von ihm. Die Bestände des Kunsthauses in Zürich und des Kunstmuseums Bern können nicht als repräsentativ gelten. Mit dem museum franz gertsch in Burgdorf, nur unweit seines Wohn- und Arbeitsortes Rüschegg gelegen, wird nun sein herausragendes Lebenswerk angemessen gewürdigt.


Titel des Bildes links: Johanna 1.

Lebenslauf von Franz Gertsch:
Geboren am 8. März 1930 in Mörigen im Kanton Bern
1947-50 Ausbildung in der Malschule Max von Mühlenen, Bern
1950-52 Weiterbildung bei Hans Schwarzenbach, Bern
1963 Hochzeit mit Maria Meer
1967 Louise Aeschlimann-Stipendium
1969 Erste grossformatige realistische Gemälde
1970 Familien- und Gruppenszenen, "Situations"-Porträts
1972 Teilnahme an der documenta V mit dem Bild Medici
1974-75 DAAD-Stipendium, Berlin
1976 Umzug nach Rüschegg
1978 Teilnahme an der Biennale in Venedig
1980 Beginn der Porträt-Serie mit einem Selbstbildnis; es folgen Irene, Tabea, Verena, Christina, Johanna und Simone
1986 Gibt vorübergehend die Malerei auf; Beginn grossformatiger Holzschnitte
1994 Wiederaufnahme der Malerei; bis 1999 entstehen die Gräser I-IV sowie Silvia (1997/98)
1997 Verleihung des Kaiserrings der Stadt Goslar
1999 Einzelpräsentation auf der Biennale in Venedig
2002 Eröffnung des museum franz gertsch in Burgdorf/CH
2003 Teilnahme an der Biennale in Venedig

Dienstag, August 07, 2007

Sonntag, August 05, 2007

IM LEBEN UND ÜBER DAS LEBEN HINAUS


Film von Peter von Gunten: Im 16. Jahrhundert entstand als Teil der evangelischen Reformation der ersten Stunde die Bewegung der Täufer. Dem Reformator Ulrich Zwingli gelang es 1523, Zürich für die Reformation zu gewinnen. Er wandte sich von seinen taufgesinnten Freunden ab und unterstützte die religiöse Diskriminierung der Täuferbewegung. Bald danach wurden in Zürich die ersten Todesurteile gegen Täufer vollstreckt.
In ganz Europa wurden nun in reformierten wie in katholischen Gebieten, rund dreihundert Jahre lang, Täufer verfolgt, eingesperrt, gefoltert, hingerichtet. Besonders gründlich und hartnäckig wurde dies auch in der Schweiz im Staate Bern ausgeübt.

Bis zur Einführung eines Zivildienstes wurden noch im Jahr 1997 in der Schweiz Täufer wegen Militärdienst Verweigerung für mehrere Monate mit Gefängnis bestraft.

Der Film Im Leben und über das Leben hinaus / Ici-bas, au-delà zeigt Taufgesinnte, die heute in der Evangelischen Mennonitengemeinde Sonnenberg im Schweizer Jura, Mennonites und Amish schweizerischer Herkunft, die in Berne, Adams County Indiana, in den USA leben.

Alle diese Gemeinden leben nach den wichtigsten Grundsätzen der Täufer: Leben nach der Bibel und in der Nachfolge Jesus Christus, Praktizieren der Erwachsenentaufe, Bekenntnis zu gewaltfreiem Leben, Trennung von Religion und Staat, Verpflichtung zu einem bescheidenem Leben.

Autor und Regisseur Peter von Gunten zeigt die unterschiedliche Handhabung von grundsätzlich gleichen religiösen Vorstellungen. Er präsentiert uns, wie die Gemeinschaften ihre religiöse Freiheit in der Schweiz und in den USA wahrnehmen können, welches Verhältnis sie zur Religionsfreiheit im allgemeinen haben und wie sie damit umgehen. Der Film geht der Frage nach, wie dieses Recht auch im individuellen Bereich anerkannt und interpretiert, möglicher-weise eingeengt und verletzt wird.

Der Autor verzichtet ganz auf einen Kommentar. Die dargestellten Mitglieder der Gemeinden geben den Aussen- stehenden die Möglichkeit, unmittelbar an ihrem religiösen, kulturellen und alltäglichen Leben teilzunehmen.

In der Unterweisung der Jugendlichen vor der Taufe bis zum Tag ihrer Taufe, der Gemeindediskussion über Form und Sinn der Taufe, in der Beschäftigung mit der Frage des persönlichen Taufbekenntnisses, gewinnen wir einen direktesten Einblick ins alltägliche Leben der Mitglieder der Evangelischen Mennonitengemeinde Sonnenberg.

Trotz der vollständigen Integration der Mennonites von Berne, Indiana, ins amerikanische Leben spüren wir, wie schmerzlich ihre mehr oder weniger freiwillige Auswanderung Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Schweiz in die USA für sie gewesen sein muss. Dies zeigt sich in der noch jeden Tag praktizierten kulturellen Verbundenheit mit ihrer Heimat. Bei den Mennoniten gepflegt in einem traditionellen Bild der Folklore und ihrer praktizierten Schweizer Eigenart, wie auch in der starken Beschäftigung mit ihrer Abstammung, ihren Vorfahren und deren örtlichen Herkunft. Der Film lässt uns auch den Zwiespalt gegenüber der Regierung Bush erahnen, in dem sich die der Gewaltfreiheit verpflichtet fühlenden Mennonites heute befinden.

Bei den Amish offenbart sich die Verbundenheit mit ihrer Herkunft in jedem Bereich ihres Alltags, in ihren traditio-nellen, melancholisch religiösen Gesängen, in der Verbundenheit mit ihrer schweizerdeutschen Sprache, den Schweizer Volksliedern und in ihren religiösen Vorstellungen, die sich eng an die Gesetze aus dem 17. Jahrhundert von Jakob Ammann halten, einem konservativen Schweizer Täufer aus dem Berner Oberland (die 'Ammannschen' = Amish).

Der Film Im Leben und über das Leben hinaus / Ici-bas, au-delà macht mit seiner behutsamen Annäherung an diese Täufergemeinden deutlich, dass der Respekt und das Verstehen des Anderen die Basis zur Einhaltung der in unserer Verfassung wie auch in der UNO Menschenrechtskonvention verankerten Grundsätze der Religionsfreiheit bilden. Er zeigt Menschen, die dazu beitragen können, das Verständnis für religiöse Minderheiten zu fördern oder zu bewahren oder Vorurteile abzubauen.

IM LEBEN UND ÜBER DAS LEBEN HINAUS


Film von Peter von Gunten: Im 16. Jahrhundert entstand als Teil der evangelischen Reformation der ersten Stunde die Bewegung der Täufer. Dem Reformator Ulrich Zwingli gelang es 1523, Zürich für die Reformation zu gewinnen. Er wandte sich von seinen taufgesinnten Freunden ab und unterstützte die religiöse Diskriminierung der Täuferbewegung. Bald danach wurden in Zürich die ersten Todesurteile gegen Täufer vollstreckt.
In ganz Europa wurden nun in reformierten wie in katholischen Gebieten, rund dreihundert Jahre lang, Täufer verfolgt, eingesperrt, gefoltert, hingerichtet. Besonders gründlich und hartnäckig wurde dies auch in der Schweiz im Staate Bern ausgeübt.

Bis zur Einführung eines Zivildienstes wurden noch im Jahr 1997 in der Schweiz Täufer wegen Militärdienst Verweigerung für mehrere Monate mit Gefängnis bestraft.

Der Film Im Leben und über das Leben hinaus / Ici-bas, au-delà zeigt Taufgesinnte, die heute in der Evangelischen Mennonitengemeinde Sonnenberg im Schweizer Jura, Mennonites und Amish schweizerischer Herkunft, die in Berne, Adams County Indiana, in den USA leben.

Alle diese Gemeinden leben nach den wichtigsten Grundsätzen der Täufer: Leben nach der Bibel und in der Nachfolge Jesus Christus, Praktizieren der Erwachsenentaufe, Bekenntnis zu gewaltfreiem Leben, Trennung von Religion und Staat, Verpflichtung zu einem bescheidenem Leben.

Autor und Regisseur Peter von Gunten zeigt die unterschiedliche Handhabung von grundsätzlich gleichen religiösen Vorstellungen. Er präsentiert uns, wie die Gemeinschaften ihre religiöse Freiheit in der Schweiz und in den USA wahrnehmen können, welches Verhältnis sie zur Religionsfreiheit im allgemeinen haben und wie sie damit umgehen. Der Film geht der Frage nach, wie dieses Recht auch im individuellen Bereich anerkannt und interpretiert, möglicher-weise eingeengt und verletzt wird.

Der Autor verzichtet ganz auf einen Kommentar. Die dargestellten Mitglieder der Gemeinden geben den Aussen- stehenden die Möglichkeit, unmittelbar an ihrem religiösen, kulturellen und alltäglichen Leben teilzunehmen.

In der Unterweisung der Jugendlichen vor der Taufe bis zum Tag ihrer Taufe, der Gemeindediskussion über Form und Sinn der Taufe, in der Beschäftigung mit der Frage des persönlichen Taufbekenntnisses, gewinnen wir einen direktesten Einblick ins alltägliche Leben der Mitglieder der Evangelischen Mennonitengemeinde Sonnenberg.

Trotz der vollständigen Integration der Mennonites von Berne, Indiana, ins amerikanische Leben spüren wir, wie schmerzlich ihre mehr oder weniger freiwillige Auswanderung Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Schweiz in die USA für sie gewesen sein muss. Dies zeigt sich in der noch jeden Tag praktizierten kulturellen Verbundenheit mit ihrer Heimat. Bei den Mennoniten gepflegt in einem traditionellen Bild der Folklore und ihrer praktizierten Schweizer Eigenart, wie auch in der starken Beschäftigung mit ihrer Abstammung, ihren Vorfahren und deren örtlichen Herkunft. Der Film lässt uns auch den Zwiespalt gegenüber der Regierung Bush erahnen, in dem sich die der Gewaltfreiheit verpflichtet fühlenden Mennonites heute befinden.

Bei den Amish offenbart sich die Verbundenheit mit ihrer Herkunft in jedem Bereich ihres Alltags, in ihren traditio-nellen, melancholisch religiösen Gesängen, in der Verbundenheit mit ihrer schweizerdeutschen Sprache, den Schweizer Volksliedern und in ihren religiösen Vorstellungen, die sich eng an die Gesetze aus dem 17. Jahrhundert von Jakob Ammann halten, einem konservativen Schweizer Täufer aus dem Berner Oberland (die 'Ammannschen' = Amish).

Der Film Im Leben und über das Leben hinaus / Ici-bas, au-delà macht mit seiner behutsamen Annäherung an diese Täufergemeinden deutlich, dass der Respekt und das Verstehen des Anderen die Basis zur Einhaltung der in unserer Verfassung wie auch in der UNO Menschenrechtskonvention verankerten Grundsätze der Religionsfreiheit bilden. Er zeigt Menschen, die dazu beitragen können, das Verständnis für religiöse Minderheiten zu fördern oder zu bewahren oder Vorurteile abzubauen.